18.November 2025: Die Buchveröffentlichung

Am 18. November 2025 fand in der Essener Volkshochschule die feierliche Präsentation der neuen Ausgabe der 21. Anthologie Essen statt. Unter dem diesjährigen Thema „Mein Heute und Morgen an der Ruhr“ versammelten sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Bildung und Politik, um die kreativen Beiträge der Jugendlichen zu würdigen.

Zu Beginn führte Dr. Artur Nickel, Autor und Herausgeber der Anthologie, in die Veranstaltung ein. In seiner Einführung hob er die besondere Bedeutung des Projekts hervor: Die Jugendlichen erhielten hier einen geschützten Raum, in dem sie ihre Kreativität frei entfalten konnten und gleichzeitig Themen ansprachen, die sie persönlich bewegen. In ihren Texten äußerten sie Hoffnungen und Ängste, formulierten Kritik an gesellschaftlichen Entwicklungen und setzten sich mit Unsicherheiten auseinander, die sowohl global als auch im Ruhrgebiet spürbar sind.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von Recep Seber begleitet, der mit seinem Kanun die Atmosphäre und die Gefühlswelt der Jugendlichen eindrucksvoll unterstrich. 

In ihren Grußworten betonten Stefan Rinke, Leiter der VHS Essen, Julia Jacob, Erste Bürgermeisterin der Stadt Essen, Dörte Huneke-Nollmann, Projektmanagerin des Regionalverbands Ruhr, sowie Alfred Büngen, Verlagsleiter des Geest Verlags, immer wieder die große Relevanz der Anthologie. Sie hoben den Mut der Jugendlichen hervor und appellierten eindringlich daran, weiterzuschreiben – damit Erwachsene erfahren, wie junge Menschen ihre Welt wahrnehmen und welche Gedanken sie bewegen. Die geäußerten Worte und Texte seien klar und erschütternd, emotional und mitreißend, erwartungsvoll und hoffnungsvoll zugleich.

Besonders berührend waren die Grußworte von Christhilde Schwindt, Schulleiterin des Grillo-Gymnasiums. Sie sprach offen über die Herausforderungen in den Brennpunkten des Ruhrgebiets und betonte, wie wichtig das Projekt gerade für Schülerinnen und Schüler aus diesen Stadtteilen sei. Ohne Notendruck könnten sie hier ihre Kreativität entfalten, ihren eigenen Wert erkennen und das Gefühl entwickeln, gesehen und verstanden zu werden. Ihre Worte an die Grillonen, in denen sie ihnen dankte, dass sie das Grillo-Gymnasium durch ihr Schreiben „zum Leuchten bringen“, lösten im Publikum spürbare Emotionen aus und machten deutlich, was Schreiben mit Menschen – vor allem mit jungen Menschen – bewirken kann.

Die Veranstaltung wurde von zahlreichen Grillonen und ihren Eltern besucht. Drei Schülerinnen des Grillo-Gymnasiums – Ecrin Baran, Irem Yilmaz und Sumeja Durak – stellten ihre Texte erstmals öffentlich vor und berührten das Publikum mit ihren emotionalen Lesungen. Insgesamt stammen über 40 Beiträge der neuen Anthologie von Schülerinnen und Schülern des Grillo-Gymnasiums – ein bemerkenswerter Erfolg, der die Kreativität und Ausdruckskraft der Jugendlichen eindrucksvoll sichtbar macht

Liebe Grillonen: Ihr seid kreativ, wertvoll und kritikfähig. Wir sind stolz auf euch.

                                                                                                                      Hacer Akgün


30. August 2025: Was für ein Auftakt

Es ist unglaublich, wie viele Jugendliche im Ruhrgebiet sich für die Essener Anthologien engagieren. Sie schreiben und schreiben, obwohl es bei diesem Projekt keinen Preis zu gewinnen gibt. Ein Belegexemplar umsonst bekommen alle, deren Beiträge veröffentlicht werden. Das ist alles. Und dafür sind viele Jugendliche gerne dabei. 418 Beiträge haben sie diesmal eingesandt, das ist eine überwältigende Ausbeute. Dafür kann man nur dankbar sein! Das Thema: Mein Heute und Morgen an der Ruhr.

Am Samstag, dem 30. August 2025, hat sich nunmehr eine Gruppe von Jugendlichen im Kulturzentrum Grend Essen getroffen, um die Kriterien für die Textauswahl festzulegen und das Auswahlverfahren voranzutreiben. Das war nicht ohne, galt es doch, jeder Einsendung gerecht zu werden. Das gab Diskussionen: Ist das Thema gut getroffen? Ist die Sprache des Textes so, dass man folgen kann? Wie sieht es aus mit der künstlerischen Gestaltung, mit der Struktur des Beitrags und dem Schreibstil?

Intensiv auseinandergesetzt haben sich die Jugendlichen aber auch mit der Frage, ob und inwieweit Künstliche Intelligenz das eigene Schreiben verbessert. Das Urteil war eindeutig: Nein! Der Grund: Mit KI verliert ein Text seine persönliche Note. Die kann KI nicht ersetzen.

Der Herausgeber der Essener Anthologien bedankt sich gemeinsam mit dem Kulturzentrum Grend und dem Geest-Verlag Visbek für die tatkräftige Unterstützung bei Rojin Arslan, Amna Aslan, Filiz-Ela Er sowie Carina Georg! Das war gute Arbeit. So kann es weitergehen!

Dr. Artur Nickel