Deutsch

Im Fach Deutsch soll die Verstehens- und Ausdrucksfähigkeit in der deutschen Sprache nach und nach erweitert und verfeinert werden bis hin zu einem Niveau, das im Sinne der Allgemeinen Hochschulreife die Grundlage für die Studierfähigkeit in allen Fächern gewährleistet.

 

Dies geschieht anhand vielfältiger Übungen zu Wortschatz, Aufbau der Sprache, grammatischer und orthographischer Sprachrichtigkeit sowie an unterschiedlichen Texten, die im Zuge der Ausbildung immer länger und komplexer werden.

 

Die Grundannahme ist dabei, dass Sprechen und Denken sich miteinander und in wechselseitiger Ergänzung entwickeln. Ein gedankliches Durchdringen schwieriger Sachverhalte ist nur mit angemessenem sprachlichen Werkzeug möglich.

 

Die sachlichen Inhalte im Fach Deutsch beschäftigen sich mit zahlreichen Themen des menschlichen Zusammenlebens und reichen außerdem in viele andere Fachgebiete hinein – Abstecher zu historischen Ereignissen, zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen oder zu Erkenntnissen der verschiedenen Wissenschaften sind keine Seltenheit. Dies geschieht immer vordringlich mit dem Ziel, die Ausdrucks- und Denkfähigkeiten auch in solchen Bereichen zu erweitern.

 

Es liegt auf der Hand, dass die Fähigkeiten im Beherrschen der deutschen Sprache auch eine unverzichtbare Grundlage für den Lernfortschritt in anderen Schulfächern darstellen. Ob es um das Verstehen von Textaufgaben in der Mathematik, das Anfertigen eines Versuchsprotokolls in der Chemie oder das Verfassen einer Argumentation aufgrund gedanklich ausgefeilter Quellentexte in Politik oder Philosophie geht – der Erfolg hängt jeweils von der Genauigkeit und Reichhaltigkeit des Sprachgebrauchs ab.

2) Prinzipien der Ausgestaltung des Faches:

 

Bei der Behandlung aller Themen werden zweierlei Fähigkeiten (Kompetenzen) geschult: einerseits rezeptionsorientierte, d.h. das mündliche und schriftliche Verstehen betreffende, andererseits produktionsorientierte, d.h. die eigene mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit betreffende.

 

Thematisch ist das Fach in vier Inhaltsfelder eingeteilt:

 

Sprache

Texte

Kommunikation

Medien

 

Sprachtheoretische Themen sind z.B. in den Eingangsklassen das Erlernen und Sichern von Rechtschreibung und Grammatik, in der fortschreitenden Sekundarstufe I das Kennenlernen von Sprachvarietäten wie der Jugendsprache sowie früherer Sprachstufen älterer Texte, in der Oberstufe die Auseinandersetzung mit Theorien des Spracherwerbs, der Sprachentwicklung und unterschiedlicher Sprachfunktionen.

 

Die Arbeit des Erschließens, Beschreibens und Erklärens von Texten findet sowohl an Sachtexten zu unterschiedlichen Inhalten als auch an literarischen Texten statt. Hierbei werden u.a. die Gattungen der epischen Erzähltexte, der dramatischen Texte und der lyrischen Texte berücksichtigt.

 

Kommunikationstheorie beginnt in der Unterstufe z.B. mit dem Nachdenken über das eigene Gesprächsverhalten sowie Regelungen für Diskussionen und Argumentationen. In der Oberstufe werden u.a. wissenschaftliche Kommunikationsmodelle behandelt.

 

Moderne Medien werden im Deutschunterricht nicht nur zur Informationsbeschaffung und Ergebnispräsentation eingesetzt, sondern sind auch selbst Gegenstand der Untersuchung. Hierbei spielt eine Schulung zum bewussten und kritischen Umgang mit Medien ebenso eine Rolle wie die Betrachtung des Einflusses moderner Medien auf unseren Sprachgebrauch und unsere Verstehensfähigkeiten.

 

Alle Themen und Methoden, Inhalte und Kompetenzen bauen fortschreitend („progressiv“) durch die Jahrgänge hindurch bis zum Abitur im Sinne eines „Spiralcurriculums“ aufeinander auf. Methoden werden vertieft und verfeinert, Texte und thematische Ausgestaltungen werden komplexer, das Herstellen von Zusammenhängen nimmt mehr Raum ein.



3) Grundlagensicherung: unser Sprach- und Leseförderkonzept

 

 

Um die Richtigkeit des sprachlichen Ausdrucks unserer Schüler zu festigen und deren Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern, führen wir in den Klassen 5 und 6 eine Sprachförderung durch, für die über den regulären Deutschunterricht hinaus eine Extrastunde bereitgestellt wird.

 

In dieser Stunde werden sprachliche Bereiche vertieft, die gängige Fehlerquellen bergen (z.B. die Formenbildung der veränderbaren Wortarten), wird an Beispielthemen Wortschatzarbeit betrieben und wird die grammatische Begrifflichkeit, die man zur Verständigung über den Sprachgebrauch benötigt, gefestigt.

 

Zur Zeit sind diese Übungen in den Rahmen einer „Römerwerkstatt“ eingebettet, in der spielerisch das Erfassen sprachlicher Regelmäßigkeiten durch punktuelle Vergleiche der deutschen Sprache mit der lateinischen Sprache geschult wird.

 

 

 

Da die Schüler möglichst nach ihrem jeweiligen Bedarf gefördert werden sollen, führen wir zu Beginn der Klasse 5 einen „Sprachstandstest“ mit ihnen durch, der zentrale Stärken und Schwächen in Sprachverstehen und Sprachgebrauch zeigen soll. Dieser Test hat keinen bewertenden, sondern einen rein diagnostischen Charakter, um Verbesserungen gezielt in Angriff nehmen zu können. Schülern mit guten Eingangsgrundlagen kann so in den Förderstunden auch passendes Erweiterungsmaterial zugeteilt werden.

 

Da in jedem Fall die Wortschatzerweiterung ein zentrales Ziel ist, wird neu erschlossenes Vokabular in einer Vokabeldatei gesichert. Diese muss von jedem Schüler individuell und selbständig geführt werden; der Umfang der zu sichernden Wörter kann erfahrungsgemäß stark variieren. Nützlich ist die Kartei aber für jeden Schüler spätestens zur Sicherung von Fachbegriffen und von Wörtern älterer Sprachstufen, die schon in Märchentexten oder Kalendergeschichten vorkommen.

 

Die sinnvolle Verwaltung der Vokabelkartei ist ein methodischer Arbeitsschwerpunkt des Förderunterrichts.

 

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit mit Wörterbüchern. Zur Wort- und Texterschließung sowie zum sprachlich richtigen Verfassen eigener Texte sollte eines der folgenden Wörterbücher bzw. eine Auswahl mehrerer Wörterbücher vorhanden sein:

 

1) in jedem Fall notwendig, als Nachschlagwerk zu Hause:

 

  • ein Rechtschreibwörterbuch, das auch grammatische Hinweise (etwa zur Mehrzahlbildung bei Nomen) liefert, z.B.:

 

Duden: Die deutsche Rechtschreibung. (aktuelle Auflage)

Wahrig: Die deutsche Rechtschreibung. (aktuelle Auflage)

 

2) ideal zur Wortschatzerweiterung, für den Förderunterricht empfohlen:

 

  • ein Bedeutungswörterbuch, das deutsche Wörter auf Deutsch erklärt, z.B.:

 

Langenscheidt Power Wörterbuch. Deutsch als Fremdsprache. (ca. 50 000 Stichwörter / ca. 20 Euro)

Pons Kompaktwörterbuch. Deutsch als Fremdsprache (ca. 42 000 Stichwörter / ca 19 Euro)

 

3) unentbehrlich für Nicht-Muttersprachler, auch im Unterricht:

 

  • ein zweisprachiges Wörterbuch ‚Muttersprache – Deutsch‘, z.B.:

zu finden im Angebot des Langenscheidt- oder Klett (Pons)-Verlages.

 

 

 

Der Erfolg des Förderunterrichtes wird am Ende der 5. Klasse oder zu Beginn der 6. Klasse in einem kürzeren Zwischentest überprüft, um die Schwerpunkte für die Vertiefungen im Deutschunterricht der 6. Klasse passend setzen zu können.

 

Am Ende der 6. Klasse sollen alle Schüler sprachlich auf die Anforderungen der Folgeklassen vorbereitet sein, was neben anderen Voraussetzungen eine zentrale Bedingung für erfolgreiches Arbeiten am Gymnasium darstellt.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist je nach persönlicher Ausgangslage ein erheblicher selbständiger Arbeitseinsatz nötig, denn die Texterschließungs- und Vokabelarbeit verschlingt viel Zeit, auch über die Förderstunden hinaus, und erfordert Ausdauer!

 

Über die genannten Fördermaßnahmen hinaus betreiben wir auch eine zusätzliche Leseförderung.

 

In den Klassen 5 und 6 muss jeder Schüler pro Schuljahr drei Jugendbücher lesen und dazu jeweils kleinere schriftliche Arbeiten anfertigen (z.B. pro Buch eine kurze Zusammenfassung des Inhalts, eine kurze Darstellung einer oder mehrerer Hauptpersonen der Handlung sowie eine eigene Bewertung des Buches, etwa als Leseempfehlung für andere Jugendliche).

 

Zeitlich gestaffelt in einen „Leseherbst“, „Lesewinter“ und „Lesefrühling“ soll je ein Buch in den Herbstferien, Weihnachtsferien und Osterferien des Schuljahres gelesen werden.

Die selbstverfassten Texte zu den Büchern werden in einem bestimmten Zeitraum nach den Ferien in der Klasse präsentiert.

 

Die Bücher für diese Leseprojekte brauchen nicht angeschafft zu werden.

Wir empfehlen mittels einer Vorschlagsliste gängige Jugendbuchtitel, die sich in der Stadtbibliothek oder sogar der schuleigenen Bibliothek ausleihen lassen.

 

Eine weitere lesefördernde Maßnahme ist die „Lesezeit“, die im Laufe des Schuljahres 2018/2019 für die Klassen 5 und 6 eingeführt wird.

 

Die „Lesezeit“ ist eine Viertelstunde, die an jedem Schultag in einer Unterrichtsstunde zum Lesen eines eigenen Buches zur Verfügung gestellt wird.

Eine weitere Viertelstunde lang muss nachmittags oder abends zu Hause in dem Buch weitergelesen werden, vorzugsweise als Ausklang des Tages.

 

Das regelmäßige Lesen in festgesetzten Zeitabschnitten fördert das Leseverhalten und die Lesekonzentration laut wissenschaftlichen Untersuchungen merklich.